Die Schwangerschaft und Geburt unseres zweiten Kindes

Fast genau drei Jahre nach der Geburt unseres ersten Kindes hielt ich im Februar 2013 erneut einen positiven Test in der Hand. Unser großer Sohn war 2010 per Kaiserschnitt zur Welt gekommen, da der Arzt meinte, dass er sehr groß und schwer wäre. Die gesamte Schwangerschaft war sehr schwierig gewesen.

Nachdem unser Sohn geboren war, war schnell klar, dass all die Ängste und auch der Kaiserschnitt eigentlich unnötig gewesen waren. Ich informierte mich und bald war für mich klar, dass es beim zweiten Kind ganz anders sein soll.

Kurz nach dem positiven Test fand ich über Empfehlungen Helen und wir machten sofort einen Termin aus. Wir trafen uns und mir war gleich klar, dass ich Helen als Begleitung bei meiner Geburt dabei haben wollte. Mein errechneter Termin war der 25.10., aber ich war mir sicher, dass mein Baby nicht vor dem 1.November zur Welt kommen würde.

Dann kam der errechnete Geburtstermin und verstrich. Die Tage danach zogen sich wie Kaugummi und mit jedem weiteren Tag der verging, sah ich meine Chancen auf die Hausgeburt schwinden. Am vierten Tag wurde mein Großer krank und zwar so, dass er im Falle der Geburt keinen Kontakt zum Baby haben dürfte. Nach einigen Stunden voller Verzweiflung, konnte ich dann eine Betreuung für ihn organisieren. Dort sollte er bis 9 Tage nach dem Geburtstermin bleiben können. Wir hofften alle, dass sich das Baby bis dahin auf den Weg macht und wir die Abwesenheit von meinem Sohn gleich für die Geburt nutzen könnten. Aber es tat sich nichts.

Am Samstag, 8 Tage nach Termin, war Helen noch einmal zur Vorsorge bei mir. Wir witzelten noch, dass das Baby nicht mehr viel Zeit hätte, bis der Große wieder da wäre. Anzeichen für eine baldige Geburt hatte ich keine. Abends waren Frieder und ich noch essen und anschließend im Kino. Während des Filmes hatte ich einige Kontraktionen, aber ich sagte meinem Mann noch nichts. Zuhause legte ich mich gleich ins Bett, ich hatte das Bedürfnis noch etwas zu schlafen.

Um 2 Uhr Nachts wurde ich von einer Kontraktion geweckt. Es kamen einige Wehen in größerem Abstand und schmerzlos, so dass ich beschloss noch weiter zu schlafen. Um 4 Uhr wurde ich wieder wach. Die Kontraktionen kamen nun öfter. Ich konnte nicht mehr einschlafen und ging bald ins Wohnzimmer, damit ich Frieder nicht aufwecke. Im Wohnzimmer machte ich nur ein kleines Licht an und im halbdunklen schrieb ich mit meiner Cousine SMS hin und her. Sie hatte kurz zuvor selbst Zwillinge bekommen und war deshalb schon wach. Während die Wehen stärker wurden, ging die Sonne auf.

Um 6 Uhr kamen die Kontraktionen häufiger und ich weckte meinen Mann, damit er das Geburtszimmer herrichten konnte. Während er aufräumte, war ich immer mehr mit den Wehen beschäftigt. Noch immer taten sie nicht weh. Gegen 7 Uhr rief ich Helen an, denn inzwischen war mir klar, dass sich unser Baby wohl doch endlich auf den Weg gemacht hätte. Pünktlich am 9. Tag nach Termin, so wie es mein Sohn geweissagt hatte.

Die Wehen wurden langsam immer intensiver, ich musste anfangen zu tönen. Helen kam und setzte sich zu mir. Ich kam gut mit den Wehen zurecht, war aber froh, dass Helen bei mir war. Auch mein Mann setzte sich zu uns ins Wohnzimmer und wir unterhielten uns in den Wehenpausen. Ich verlor mein Zeitgefühl, doch irgendwann wollte ich nicht mehr reden und döste in den Wehenpausen, wie in Trance.

Die Wehen wurden stärker und begannen weh zu tun. Helen schlug vor, dass ich nun in den Pool gehen könnte, damit die Abstände wieder etwas größer werden. Vorher wollte ich noch einmal zur Toilette. Um 11.30 Uhr sprang im Badezimmer die Blase und ich verlor reichlich dunkelgrünes Fruchtwasser. Helen untersuchte mich und stellte fest, dass ich erst 8cm eröffnet war und das Kind noch weit oben. Es war klar, wie es weitergehen würde. Mein Mann begann eine Tasche zu packen. Helen rief in der Notfallklinik an, dass wir bald da sein würden.

Während dessen lag ich im Kinderzimmer auf dem Bett meines Sohnes neben unserem immer noch leeren Pool und verzweifelte an zwei sehr schmerzhaften und unglaublich heftigen Wehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich in diesem Zustand noch bis zum Auto laufen sollte

Doch es kam anders, denn im nächsten Moment bekam ich Pressdrang. Ich war immer noch total in Trance und verstand erst gar nicht, was eigentlich passierte. Helen kam sofort zu mir. Sie hatte auf dem Gang direkt gehört, dass ich Pressen musste. Sie untersuchte mich nochmal und stellte fest, dass ich innerhalb von wenigen Minuten vollständig eröffnet hatte und mein Baby mit der ersten Presswehe schon weit ins Becken gedrückt hatte.

Dann ging alles sehr schnell und es kam ganz anders als ich mir vorgestellt hatte. Ich wollte unbedingt aufrecht im Pool mit Kerzenschein und ruhiger Musik gebären. Doch unser Baby hatte es so eilig, dass ich nicht mal mehr eine andere Position einnehmen konnte. In einer guten Viertelstunde Presswehen, im Liegen, auf dem Bett meines Sohnes, schrie ich unser Baby heraus. Es ging so schnell, dass wir nicht einmal die Handtücher warm gemacht hatten. Helen saugte das Baby kurz ab und gab es mir dann auf den Bauch.

Und endlich konnte ich nachsehen, wer da so lange in meinem Bauch gewohnt hatte. Um kurz nach 12 Uhr mittags gebar ich unsere wundervolle Tochter aus eigener Kraft. Sie hatte knapp 4,5kg und war damit um einiges schwerer als ihr Bruder.

Wir waren beide ziemlich geschafft von der rasanten Geburt. Ich lag mit ihr im Arm da und konnte mich kaum rühren. Die Nabelschnur pulsierte noch lange. Erst nach einer ¾ Stunde war sie auspulsiert und ich gebar die Plazenta. Eine weitere Stunde später kam unser großer Sohn von der Oma wieder und durfte dann zusammen mit Frieder die Nabelschnur durchschneiden. Erst dann machte Helen die U1.

Wir danken Helen dafür, dass sie uns bei unserer wundervollen Geburt begleitet hat!

Liebe schenkt Liebe

Liebe schenkt Leben

Leben schenkt Leid

Leid schenkt Sorge

Sorge schenkt Wagnis

Wagnis schenkt Glaube

Glaube schenkt Hoffnung

Hoffnung schenkt Leben

Leben schenkt Liebe

Liebe schenkt Liebe

 

 

Verfasser unbekannt